Drei Fragen an...Frederique van Baarle

Frederique van Baarle leitet bei Lanxess das Geschäft mit Hochleistungskunststoffen. Sie und ihr Team entwickeln Lösungen für Elektroautos und treiben so die emissionsfreie Mobilität von morgen voran.

Frederique van Baarle leitet bei Lanxess das Geschäft mit Hochleistungskunststoffen.

Frau van Baarle, Sie sind derzeit auf den Plakaten der Initiative IN4climate.NRW zu sehen. Wie können Hochleistungskunststoffe zu einer klimafreundlicheren Mobilität beitragen und woran arbeiten Sie persönlich derzeit?

Wenn wir die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreichen wollen, dann muss Mobilität zukünftig CO2-neutral sein. Der Umstieg auf die Elektromobilität ist dafür entscheidend. Unser Unternehmen bietet und entwickelt Lösungen für diesen Wechsel. Unsere Hochleistungskunststoffe sind ein effektives Mittel, um Autos leichter zu bauen und so ihren Energieverbrauch zu senken. Zudem arbeiten wir an neuen Materialien für die Elektromobilität, etwa an Produkten für Batterien, Ladesäulen oder Sensoren für das autonome Fahren. Mein Team und ich arbeiten täglich daran, mit unseren Lösungen der Elektromobilität noch schneller zum Durchbruch zu verhelfen.

 

Was muss konkret geschehen, damit die Kunststoffindustrie und die Industrie im Allgemeinen bis spätestens 2050 klimaneutral wird?

Klimaneutralität zu erreichen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Unternehmen und ganze Wertschöpfungsketten sind gefordert, ihre Produktion so umzustellen, dass sie möglichst keine Emissionen mehr produzieren. Wir bei Lanxess etwa haben erst kürzlich eine neue Anlage zur Lachgas-Reduktion an unserem Standort Antwerpen in Betrieb genommen. Sie verkleinert unseren CO2-Fußabdruck um 150.000 Tonnen pro Jahr, und ab 2024 sind es sogar 450.000 Tonnen. Aber auch die Politik ist gefragt: Wir brauchen dringend mehr grüne Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen. Zudem müssten Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt sowie die Finanz- und Steuerstruktur für Zukunftsinvestitionen verbessert werden. Wenn wir Klimaschutz erreichen wollen, muss die Industrie hierzulande wettbewerbsfähig bleiben.

 

Was treibt Sie an? Was motiviert sie? Warum ist Ihnen das Thema persönlich wichtig?

Ich komme aus den Niederlanden. Dort leben die Menschen überall nah am Wasser und sind von einem steigenden Meeresspiegel infolge des Klimawandels direkt betroffen. Das hat mich schon mein ganzes Leben lang begleitet. Und die Niederlande sind nur als ein Beispiel für viele Regionen auf der Welt. Es ist die Verantwortung unserer Generation, unseren Kindern und deren Kindern eine Welt zu übergeben, die noch lebenswert ist. Daher müssen wir alles dafür tun, damit sich die Erde nicht weiter erhitzt und der Klimawandel verlangsamt oder besser gestoppt wird!

 

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Im Rahmen eines digitalen Live-Events lädt IN4climate.NRW dazu ein, einen Blick in die Zukunft zu werfen und gemeinsam mit Experten aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft die Chancen und Herausforderungen einer klimaneutralen Industrie zu diskutieren.

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