Rohstoffstrategie

Kurzbeschreibung

Die Rohstoffstrategie beinhaltet Maßnahmen und Vorhaben der deutschen Rohstoffpolitik und setzt an der grundlegenden Problematik an, dass Rohstoffe am Anfang der industriellen Wertschöpfungskette stehen und eine sichere Verfügbarkeit und ihre nachhaltige Nutzung existenziell für nachgelagerte Wirtschaftsbereiche sind.

Hintergrund

Die erste Rohstoffstrategie wurde im Jahr 2010 von der Bundesregierung veröffentlicht und im Zuge der Erarbeitung der Industriestrategie 2030 überarbeitet. Die Rohstoffpolitik bildet einen Teilbereich der Industriepolitik.

Zweck und Ziele

Zweck der Rohstoffstrategie ist eine Prüfung des rohstoffpolitischen Kompasses der Bundesregierung.

Ziele, die die Strategie forciert, sind vor allem:

  • Unternehmen bei einer sicheren, verantwortungsvollen und nachhaltigen Rohstoffversorgung zu unterstützen

  • Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken

  • Den Einsatz von Primärrohstoffen möglichst niedrig zu halten

  • Den gesellschaftlichen Nutzen für BürgerInnen zu vergrößern

Maßnahmen und Highlights

  • Aus dem ersten Programm bleiben einige Maßnahmen erhalten. Dazu zählen unter anderem Garantien für ungebundene Finanzkredite, das Rohstoffmonitoring der Deutschen Rohstoffagentur und die Rohstohstoffkompetenzzentren an Auslandshandelskammern in ausgewählten Ländern.

  • Die 17 konkreten Maßnamen zur Zielerreichung sind in die drei Säulen der Rohstoffversorgung (heimische Rohstoffe, Importe, Recycling) gegliedert:

    • Maßnahme 1: Verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung

    • Maßnahme 2: Sicherung und Offenlegung geologischer Daten

    • Maßnahme 3: Primäre Rohstoffgewinnung in Deutschland und Europa im Bereich Metall fördern

    • Maßnahme 4: Heimische Rohstoffsicherung

    • Maßnahme 5: Transformation von Bergbauregionen, Nachhaltige Bergbauschließung

    • Maßnahme 6: Akzeptanz für heimische Rohstoffgewinnung stärken

    • Maßnahme 7: Level Playing Field in der Rohstoffversorgung schaffen

    • Maßnahme 8: Internationale Rohstoffpolitik stärken

    • Maßnahme 9: Außenwirtschaftsförderung (UFK-Garantien) weiterentwickeln

    • Maßnahme 10: Weiterentwicklung des Rohstoffmonitorings

    • Maßnahme 11: Nachhaltige Rohstoffwirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländernunterstützen

    • Maßnahme 12: Kreislaufwirtschaft, Rückgewinnung und Wiederverwendung durch konkrete F&E-Projekte stärken

    • Maßnahme 13: Einrichtung eines „Runden Tisches“ mit der Wirtschaft, um den Einsatz von mineralischen Sekundärrohstoffen aus dem Recycling zu erhöhen

    • Maßnahme 14: Rohstoff- und Ressourceneffizienz stärken durch BMWi-Technologietransfer-Programm Leichtbau

    • Maßnahme 15: Unternehmerische Sorgfaltspflichten in Liefer- und Wertschöpfungskettenstärken

    • Maßnahme 16: Internationale Zusammenarbeit stärken durch internationalen Dialog über Standards

    • Maßnahme 17: Zusammenarbeit mit der EU-Kommission zur nachhaltigen Rohstoffversorgung

 

Aktuelle Fassung: 15. Januar 2020

Zuständige Behörde

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)