Elektrogerätrichtlinie

Kurzbeschreibung

Die Elektrogeräterichtlinie stellt eine Ergänzung zum allgemeinen Abfallbewirtschaftungsrecht der EU dar und hält Spezifikationen für Elektro- und Elektronik-Altgeräte fest.

Hintergrund

Die Richtlinie 2012/19/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2012 über Elektro- und Elektronik-Altgeräte ist eine Neufassung und ergänzt das allgemeine Abfallbewirtschaftungsrecht der EU (Richtlinie 2008/98/EG). Eine Notwendigkeit besteht dadurch, dass die anhaltende Marktexpansion und immer kürzere In­nnovationszyklen die Nutzungsdauer von Geräten immer weiter verringert. Elektro- und Elektronikgeräte sind eine schnell wachsende Abfallquelle. Insgesamt werden zu wenige Elektro- und Elektronik-Altgeräte dem Recycling zugeführt. In ihnen enthaltene gefährliche Bestandteile stellen ein großes Problem bei der Abfallentsorgung dar und enthaltene wertvolle Ressourcen gehen ohne Recycling verloren.

Zweck und Ziele

Die Richtlinie erfüllt primär den Zweck, dass allgemeine Abfallbewirtschaftungsrecht in der EU um Details im Umgang mit Elektro- und Elektronik-Altgeräten zu ergänzen.

Das übergeordnete Ziel ist, einen Beitrag zu nachhaltiger Produktion und Verbrauch sowie zur effizienten Ressourcennutzung und zur Rückgewinnung von wertvollen Sekundärrohstoffen zu leisten.

Maßnahmen und Highlights

  • Maßnahmen, um die gesetzten Ziele zu erreichen, richten sich vor allem an die Vermeidung von Abfällen durch Elektro- und Elektronik-Altgeräte.
  • Darüber hinaus  sollen Wiederverwendung, Recycling und andere Formen der Verwertung solcher Abfälle die zu beseitigende Abfallmenge reduzieren.
  • Ein konkretes "Highlight" dieser Richtlinie sind die in Artikel 7 festgehaltenen Mindestsammelquoten für Altgeräte (gemessen am Durchschnittsgewicht der Elektro- und Elektronik-Altgeräte, die in den drei Vorjahren im betreffenden Mitgliedstaat in Verkehr gebracht wurden):
    • Mindestsammelquote ab 2016 45 %
    • Mindestsammelquote ab 2019 65 %

 

Richtlinie 2012/19/EU

 

In Kraft seit 13. August 2012

Zuständige Behörde

Europäisches Parlament & Rat