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Pressemitteilung vom 18.02.2019 • Initiative für mehr Klimaschutz in der Industrie: IN4climate.NRW nimmt Arbeit auf

Mit einem Auftakttreffen aller beteiligten Partner nahm IN4climate.NRW, die neue und bundesweit einzigartige Arbeitsplattform von Industrie, Wissenschaft und Landesregierung, ihre Arbeit auf. Ziel der Initiative ist es, Strategien zu erarbeiten, wie die Industrie in Nordrhein-Westfalen ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit erhalten, zusätzliches Wachstum erzeugen und gleichzeitig zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele beitragen kann. An der Initiative beteiligen sich über zwanzig Unternehmen und Verbände aus den Bereichen Stahl und Metalle, Chemie, Zement, Glas, Papier und Baustoffe sowie sechs Forschungseinrichtungen.

In4climate.NRW

Im Bild v.L.n.R: Staatssekretär Christoph Dammermann des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE), Dr. Christoph Sievering, Leiter Energiestrategie und Energiepolitik der Covestro Deutschland AG und Mitinitiator der Initiative, Samir Khayat, Geschäftsführer IN4climate.NRW, Michael Theben, Leiter der Abteilung VII „Klimaschutz“ im MWIDE sowie die Leiter der Innovationsteams Prof. Dr. Görge Deerberg, stv. Institutsleiter des Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits-, und Energietechnik, UMSICHT, Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und Dr. Bernd Kaletta, Corporate Communications bei der Lanxess Deutschland GmbH. Klicken für weitere Bilder.

Mit IN4climate.NRW hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen eine Plattform ins Leben gerufen, die einen gemeinsamen innovativen Arbeitsprozess von Experten aus den NRW-Industrieunternehmen, der Wissenschaft und der Landesregierung in Gang bringt. In Düsseldorf trafen sich nun zum ersten Mal Vertreter der beteiligten Industrieunternehmen, Forschungsinstitute sowie der Landesregierung. Gemeinsam bilden sie die Innovationsteams, die Kernsäule von IN4climate.NRW. „Ich freue mich, dass wir heute den Start für eine treibhausgasfreie und gleichzeitig wettbewerbsfähige Industrie geben. IN4climate.NRW wird als Innovationslabor den Standort Nordrhein-Westfalen für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte rüsten und Zukunftsvisionen für eine klimaneutrale Industrie entwickeln“, sagte Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung, und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen am Rande der Auftaktsitzung. Pinkwart hatte die Initiative im September 2018 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Seitdem wurden die notwendigen Strukturen geschaffen, um mit IN4climate.NRW eine zentrale Einrichtung zur Erforschung und Etablierung treibhausgasneutraler Industrieprozesse zu etablieren.

Innovationen auf die Sprünge helfen

Die Innovationsteams sollen zukünftig Ideen entwickeln, wie Produktionsprozesse und Wertschöpfungsketten langfristig klimaneutral gestaltet werden können und wie ein Beitrag der Industrie zur Entwicklung klimafreundlicher Produkte aussehen kann. Beispielsweise können bei der Stahlherstellung die anfallenden Prozessgase in Chemieprodukte umgewandelt oder Kokskohle durch Wasserstoff ersetzt werden. Das würde den CO2-Ausstoß stark vermindern. Geleitet werden die Innovationsteams von Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts und Prof. Dr. Görge Deerberg, stellvertretender Leiter des Fraunhofer UMSICHT. Unterstützung erhalten sie von ihren Co-Leitungen aus der Industrie.

Spitzenforschung für eine klimaneutrale Zukunft

Das wissenschaftliche Kompetenzzentrum der Initiative, SCI4climate.NRW, begleitet den Prozess aus Forschungssicht. SCI4climate.NRW untersucht die Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten einer klimaneutralen und zukunftsfähigen Grundstoffindustrie in Nordrhein-Westfalen und ist ein Forschungsprojekt von sechs Instituten unter Leitung des Wuppertal Instituts. Weitere Partner sind das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, das Institut derDeutschen Wirtschaft (IW), die RWTH Aachen, das VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI) und der Verein Deutscher Zementwerke (VDZ gGmbH). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betrachten dabei technologische, ökologische, ökonomische, institutionelle, gesellschaftliche und (infra-)strukturelle Systemherausforderungen für die nordrhein-westfälischen Unternehmen der energieintensiven Grundstoffindustrie.

Die Finanzierung des Projektes ist auf vier Jahre angelegt. Die 16 Millionen Euro Förderung (inklusive wissenschaftlicher Unterstützung) übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Zusätzlich soll die Initiative Fördermittel in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe von Bund und EU für innovative Industrieprojekte mobilisieren. Die Initiative steht allen Industrieunternehmen offen. Alle beteiligten Partner, Möglichkeiten zum Mit-machen sowie weitere Informationen finden Sie auch unter: www.in4climate.nrw

Pressekontakt

IN4climate.NRW
Munscheidstr. 14
45886 Gelsenkirchen

Katrin Tholen

E-Mail: katrin.tholen@avoid-unrequested-mailsin4climate.nrw
Tel.: 0209.40 85 99-27

Sandra Garthaus

E-Mail: sandra.garthaus@avoid-unrequested-mailsin4climate.nrw
Tel.: 0209.04 85 99-24

Veranstaltungshinweis für Montag, 18. März 2019 • 10:00 – 16:45 Uhr (Brüssel): Grundstoffindustrien ohne fossile Brennstoffe: Technologiepfade und politische Erfordernisse für den erfolgreichen Umstieg

Eine gemeinsame Veranstaltung der EASME, der Initiative IN4climate.NRW und des REINVENT-Projekts

Ziel dieser Veranstaltung ist es, nicht nur auf einzelne Sektoren einzugehen, sondern die gemeinsame Weiterentwicklung unter anderem der Stahl- und Kunststoffindustrie auszuloten sowie die neuen Wechselbeziehungen, die sich beim Umstieg auf eine CO2-freie, geschlossene Kohlenstoffkreislaufwirtschaft ergeben können, zu betrachten. Ausgehend vom heutigen Verständnis von Technologien, Systemen und Institutionen sollen zukünftige Interaktionen zwischen den Sektoren erkundet, Wissenslücken identifiziert und die möglichen Auswirkungen auf Politik, Gesellschaft und künftige Forschung bewertet werden.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wird REINVENT mit nationalen und regionalen Initiativen zur Dekarbonisierung energieintensiver Industriezweige zusammentreffen.In diversen Sektoren, darunter der Stahl-, Kunststoff-, Papier- und Zementindustrie, bilden sich derzeit Technologiepfade und Roadmaps heraus. Im Mittelpunkt stehen dabei die Rolle der Elektrifizierung, die Kreislaufführung von Kohlenstoff und Nutzung von biogenem Kohlenstoff, CCS und neue Wechselbeziehungen zwischen den Sektoren. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme des derzeitigen Wissensstands zu künftigen Optionen und Strategien sollen bei dieser Veranstaltung die Auswirkungen auf die künftige Politikgestaltung, die Forschung und die Gesellschaft insgesamt in den Blick genommen werden.

Das detaillierte Programm der Veranstaltung finden Sie hier. Bitte berücksichtigen Sie, dass die Veranstaltungssprache Englisch ist.

Auf der Veranstaltung werden Fotos für die Kommunikation der Veranstaltung im Nachgang erstellt. Sollten Sie hiervon absehen wollen, sprechen Sie uns bitte an.

Zur Anmeldung

 

Pressemitteilung vom 14. September 2018: Pinkwart stellt beim Global Climate Action Summit in San Francisco NRW-Initiative für eine innovative und klimaneutrale Industrie vor

Klimaschutz braucht Kooperation: Das ist eine Erkenntnis des Global Climate Action Summit, an dem Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart mit einer nordrhein-westfälischen Wirtschaftsdelegation teilnahm. Ziel des internationalen Gipfeltreffens ist es unter anderem, die wichtigen Beiträge von Bundesstaaten, -ländern und Regionen zum Klimaschutz vorzustellen und zu diskutieren.

Minister Pinkwart: „Wir können die ambitionierten Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens für die Jahre 2030 und 2050 nur erreichen, indem wir weltweit zusammenarbeiten und von den guten Beispielen der anderen lernen. Deshalb habe ich auf dem Global Climate Action Summit unsere Initiative IN4climate vorgestellt, mit der wir die energieintensive Industrie in Nordrhein-Westfalen durch Innovationen klimaschonender machen und in eine sichere Zukunft führen wollen. So können wir unser Land als ideenreichen und klimafreundlichen Standort für die Industrie stärken und international positionieren.“

Nordrhein-Westfalen verpflichtet sich im Rahmen des Gipfels, bis zum Jahr 2020 Wege für konsequenten Klimaschutz bis 2050 zu erarbeiten. Dazu will die Landesregierung den bestehenden Klimaschutzplan zum Klimaschutzaudit weiterentwickeln. So soll die Zielerreichung mit den aktuellen Maßnahmen fortlaufend überprüft und – falls nötig – nach-gesteuert werden.

Hintergrund:
Nordrhein-Westfalen ist Mitglied der Under2Coalition, einem Netzwerk von mehr als 200 Regionen. Die Unterzeichner des Memorandum of Understanding (Under2MoU) verfolgen das Ziel, ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu vermindern. Die Partnerregionen kooperieren zum Beispiel in den Handlungsfeldern Energie-Versorgung und -Effizienz sowie Mobilität. Zugleich will die Under2Coalition die wirtschaftlichen Potenziale aufzeigen, die neue Technologien zur Ressourceneffizienz und Treibhausgas-Minderung eröffnen.

Pressekontakt:
Matthias.Kietzmann@avoid-unrequested-mailsmwide.nrw.de, Tel.: 0211-61772-204

 

Pressemitteilung, 11. September 2018: Minister Pinkwart startet Initiative "IN4climate.NRW" für zukunftsfähige und klimaneutrale Industrie

Düsseldorf. Wie kann die Industrie in Nordrhein-Westfalen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten, zusätzliches Wachstum erzeugen und gleichzeitig zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele beitragen? Die dazu nötigen Strategien wollen Expertinnen und Experten aus Unternehmen und Wirtschaftsverbänden, Wissenschaft und Verwaltung in den kommenden vier Jahren unter dem Dach von "IN4climate.NRW" erarbeiten. Diese bundesweit erste Initiative dieser Art stellte Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart heute im Kabinett vor.

Minister Pinkwart: "Nordrhein-Westfalen ist ein stolzes Industrieland, das in den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten eine Vielzahl an innovativen Produkten hervorgebracht hat, die in der ganzen Welt zum Einsatz kommen. Unsere gemeinsame Verantwortung für die Erreichung der internationalen Klimaschutzziele macht es notwendig, diesen innovativen Geist zu stärken und unser Land zu einem zukunftsorientierten und klimafreundlichen Industriestandort weiterzuentwickeln, der mit den weltbesten Wettbewerbern mithalten kann. Um die dafür nötigen Sprunginnovationen auszulösen, haben wir heute die Initiative IN4climate.NRW gestartet."

In diesem Rahmen werden Industrieunternehmen, Wissenschaft und Landesregierung in sogenannten Innovationsteams daran arbeiten, neue Zukunftsvisionen und Wege für eine treibhausgasneutrale Produktion und die Herstellung klimafreundlicher Produkte zu erarbeiten. Neue Produktionsprozesse, durch die weniger Treibhausgase entstehen, können – auch vor dem Hintergrund steigender Preise für Emissionszertifikate – zu einem wichtigen Schlüssel für eine auch in Zukunft wettbewerbsfähige Industrie in Nordrhein-Westfalen werden. So könnten etwa bei der Stahlherstellung die anfallenden Prozessgase in Chemieprodukte umgewandelt oder Kokskohle durch Wasserstoff ersetzt werden, was den CO2-Ausstoß stark vermindern würde.

Andreas Goss, Vorstandsvorsitzender thyssenkrupp Steel Europe: "Die Initiative IN4climate.NRW ist ein wichtiger Schritt, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus NRW zusammenzubringen, um die besten Lösungen für eine klimafreundliche Zukunft zu entwickeln. Stahl ist keine Old-Economy, sondern High-Tech und unverzichtbar für die Megatrends Energiewende, Mobilität und Urbanisierung. Gleichzeitig stellen wir uns unserer Verantwortung für Klima und Umweltschutz und investieren allein bei thyssenkrupp Steel mehrere 100 Millionen Euro jährlich in diesem Bereich. Für die weitere Transformation hin zu noch deutlicheren CO2-Einsparungen sind wir technologieoffen und prüfen intensiv unterschiedliche Wege, unsere Produktion noch klimafreundlicher zu machen. Wir freuen uns, als Gründungsmitglied der Initiative In4climate.NRW diese Erfahrungen einbringen und den Wandel hin zu einer treibhausgasärmeren Zukunft mit gestalten zu können."

Dr. Klaus Schäfer, Produktionsvorstand der Covestro AG: "Es gibt viele Studien dazu, ob und in welchem Umfang wir in Deutschland eine Treibhausgasneutralität erreichen könnten. Wir müssen Wege finden, wie dieses Ziel bei Weiterentwicklung unserer global wettbewerbsfähigen Industrie zu erreichen ist. Wir beteiligen uns an dieser Initiative, da gerade für NRW – einer der größten Industrieregionen der Welt – industrielle Wertschöpfung die Basis ist für unseren Wohlstand, aber auch für die Forschung und Entwicklung von Lösungen für den Klimaschutz. Insbesondere die Chemie kann und will hier Antworten liefern."

Unterstützung erhalten die Industrieunternehmen von der Landesregierung, die intensiv daran arbeitet, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen – und aus der Wissenschaft, die den Prozess begleitet.

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut: "Um den Treibhausgasausstoß der energieintensiven Industrie zu senken, die global für rund 20 Prozent der gesamten Emissionen verantwortlich ist, braucht es neue innovative Produkte und Prozesse und eine verstärkte branchenübergreifende Zusammenarbeit. Derartige Konzepte entstehen weder im Tagesgeschäft der Wirtschaft, noch allein in den Laboren und an den Schreibtischen der Wissenschaft. IN4climate.NRW bietet die notwendige Plattform und den Freiraum, um in enger Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft entsprechende Ideen zu generieren, konkrete Entwicklungsimpulse zu geben und auf ihre Umsetzung im wettbewerblichen Umfeld zu prüfen."

Mit dieser neuen Initiative bündelt die Landesregierung in bisher einzigartiger Weise die Kräfte, um Nordrhein-Westfalen zu einem zukunftsfähigen und langfristig klimaneutralen Industriestandort zu machen. Dazu wird die bisherige KlimaExpo.NRW, die Projekte ins Schaufenster stellte, weiterentwickelt: IN4climate.NRW soll gute Vorhaben anstoßen, die einen echten Beitrag zum Klimaschutz leisten, und dann auch bewerben. Die Finanzierung des zunächst auf vier Jahre angelegten und mit 16 Millionen Euro ausgestatteten Projekts (inklusive wissenschaftlicher Unterstützung) übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. IN4climate.NRW soll Fördermittel von Bund und EU in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe für innovative Industrieprojekte mobilisieren.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.IN4climate.NRW.de

Pressekontakt:
Matthias.Kietzmann@avoid-unrequested-mailsmwide.nrw.de, Tel.: 0211-61772-204

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