Zukunft der Industrie: Zwischen Treibhausgasneutralität und Wettbewerbsfähigkeit

Die Transformation zu einer klimaneutralen Industrie stellt Wirtschaft, Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen: Insbesondere Unternehmen mit hohem Energiebedarf aus Branchen wie etwa Chemie, Glas, Baustoffe, Papier und Stahl sind wegen des zusätzlichen Preisdrucks im europäischen Emissionshandel davon betroffen.

Wie kann es dieser so genannten Energieintensiven Industrie in Nordrhein-Westfalen gelingen, bis 2050 weitgehend treibhausneutral zu produzieren, dabei aber ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zusätzliches Wachstum zu schaffen? Darüber diskutierte Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart mit Vertretern der Europäischen Kommission sowie des Europäischen Parlaments und Experten aus Industrie und Forschung in Brüssel.

Pinkwart: „Wir wollen ein Industriestandort sein, der auch in Zukunft durch innovative Verfahren und Prozesse sowie qualitativ hochwertige Produkte auf sich aufmerksam macht – im Einklang mit dem Klimaschutz. Investitionszyklen sind lang. Gerade deshalb ist es wichtig, bereits jetzt in neue Technologien zu investieren um 2050 klimaneutral zu handeln. Auf EU- und Bundesebene gilt es, klare und unverrückbare Ziele zu formulieren und den Weg in die Klimaneutralität mit allen Möglichkeiten zu unterstützen.“

Wirtschaftsminister Pinkwart sprach auf dem Podium mit Dr. Artur Runge-Metzger, Direktor bei der Generaldirektion CLIMA der Europäischen Kommission sowie Dr. Peter Liese, Mitglied des Europäischen Parlamentes und weiteren Vertretern aus Forschung und Industrie.

Begleitet wurde die Veranstaltung von einer Ausstellung von zukunftsweisenden Industrieprojekten, die auf vielfältige Weise zeigen, wie eine klimagerechte Gestaltung gelingen kann. RWE, thyssenkrupp, Shell und Covestro stellten Projekte vor, in denen sie beispielsweise CO2 in Chemikalien umwandeln oder als Rohstoffe für Kunststoffe nutzen, eine neue Wasserstoffinfrastruktur aufbauen sowie den weltweit größten PEM-Wasserstoff-Elektrolyseur realisieren.    

Der Einladung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Landesinitiative IN4climate.NRW in die NRW-Landesvertretung nach Brüssel folgten rund 180 Vertretern aus Politik und Wirtschaft.