Wirtschaftsministerium veröffentlicht Studie zur Wasserstoffnutzung in Nordrhein-Westfalen

Fachtagung „Wasserstoff als Energieträger für die Industrie der Zukunft?!“

Für die Transformation der Industrie in Richtung Treibhausgasneutralität kann Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen. Das ist das Fazit der Wasserstoff-Fachtagung der neuen Landesinitiative IN4climate.NRW, bei der sich rund 200 Entscheidungsträger und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über das Potenzial der Zukunftstechnologie austauschten. Grundlage für die Diskussion waren die Ergebnisse der „Wasserstoffstudie Nordrhein-Westfalen“ des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, die bei der Veranstaltung vorgestellt wurde. Die Studie bescheinigt Wasserstoff großes Potenzial auf dem Weg zum klimaneutralen Energiesystem der Zukunft mit positiven Effekten auf Wertschöpfung, Arbeitsmarkt und Abhängigkeit von Energieimporten. Bis zu 130.000 Arbeitsplätze könnten in Nordrhein-Westfalen durch die breite Verwendung der Technologie entstehen.

„Die Transformation unserer Industrie in Richtung Treibhausgasneutralität gehört zu den größten und dringlichsten Aufgaben unserer Zeit“, betonte Staatssekretär Christoph Dammermann in seiner Rede gleich zu Beginn der Veranstaltung. „Es ist wichtig, unsere Industrie für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte zu rüsten. Wasserstoff wird hier einen wichtigen Beitrag leisten, zeigt die heute veröffentlichte Studie.“

130.000 neue Arbeitsplätze durch Wasserstofftechnologien

Die Studie, die die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums angefertigt hat, untersucht das ökonomische und klimarelevante Wirkungspotenzial von Wasserstoff in einem künftigen Energiesystem in Nordrhein-Westfalen und Deutschland. Eines der zentralen Ergebnisse der Studie ist, dass ein weitestgehend regeneratives Energiesystem mit hohen Wasserstoff-Anteilen in Deutschland deutliche Kostenvorteile hat. Dies sei auf die besonders günstige Flexibilität im System zurückzuführen. Auch die Arbeitsplatzeffekte bewertet die Studie positiv: Durch die breite Verwendung von Wasserstofftechnologien könnten demnach langfristig in Nordrhein-Westfalen bis zu neue 130.000 Arbeitsplätze entstehen.

IN4climate.NRW unterstützt treibhausgasneutrale Industrie

Ziel der bundesweit bisher einzigartigen Arbeitsplattform IN4climate.NRW ist es, Strategien zu erarbeiten, wie die Industrie in Nordrhein-Westfalen ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit erhalten, zusätzliches Wachstum erzeugen und gleichzeitig zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele beitragen kann. In so genannten Innovationsteams entwickeln Experten aus NRW-Industrieunternehmen, der Wissenschaft und der Landesregierung gemeinsam Ideen, wie Produktionsprozesse und Wertschöpfungsketten langfristig klimaneutral gestaltet werden können und wie ein Beitrag der Industrie zur Entwicklung klimafreundlicher Produkte aussehen kann.

Zu den Partnern der Initiative zählt unter anderem die thyssenkrupp AG. Dr. Hans-Jörn Weddige, Konzernkoordinator Energie-, Klima- und Umweltpolitik, erklärte bei der Veranstaltung: „Der industrielle Einsatz von klimaneutral produziertem Wasserstoff wird eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielen. Wenn wir alle Potenziale nutzen wollen, müssen wir die Erneuerbaren Energien konsequent weiter ausbauen.“ thyssenkrupp nutzt Wasserstoff unter anderem bei dem im Rahmen von IN4climate.NRW geförderten Projekt für eine klimafreundliche Stahlproduktion am Standort Duisburg. Im Projekt wird ein Teil des im Hochofen als Reduktionsmittel eingesetzten Kohlenstaubes durch das Einblasen von Wasserstoff ersetzt. Dadurch wird vermieden, dass schädliche Treibhausgase überhaupt erst entstehen. Ebenfalls mit Wasserstoff arbeitet das Projekt Carbon2Chem von thyssenkrupp, bei dem es um die Umwandlung von CO2 in Chemikalien geht. Das Ziel ist eine nahe-zu CO2-freie Stahlerzeugung.

Zusammenarbeit mit EnergieAgentur.NRW

Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Cluster EnergieForschung.NRW und dem Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff, Elektromobilität der EnergieAgentur.NRW. Mit seiner „Expertengruppe H2-System“ hat das Netzwerk auch die Anfertigung der NRW-Wasserstoffstudie fachlich begleitet. Dr. Thomas Kattenstein, Leiter des Netzwerks, erläuterte: „Die EnergieAgentur.NRW sieht die ermutigenden Studienergebnisse zur Bedeutung des Wasserstoffs für NRW als Startschuss, die Netzwerkarbeit mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Land noch weiter zu intensivieren und so die Markteinführung von Wasserstofftechnologien mit Wertschöpfung in NRW zu begleiten.“

Pressekontakt:

IN4climate.NRW
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E-Mail: katrin.tholen@avoid-unrequested-mailsin4climate.nrw         
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