Tiefkühllogistik nutzt Abwärme von BHKW

LSE Logistic Services Essen ist im Bereich der Tiefkühllogistik mit der Lagerung von Tiefkühl- und Frischprodukten, der bundesweiten Distribution dieser Produkte vom Hersteller bis zum Kunden und mit zugehörigen Serviceleistungen wie Kommissionierung, Konfektionierung, Bestandsführung sowie Chargenrückverfolgung für seine Kunden tätig. Schwerpunkt ist die Lagerung von Tiefkühlprodukten im Temperaturbereich bis zu – 25 Grad Celsius. Gelagert werden können im Tiefkühlbereich zirka 27.000 Paletten und dazu noch 3.500 Paletten im Bereich Kühl- und Trockenlogistik. Wie bei allen Unternehmen der Tiefkühllogistik sind die Energiekosten ein großer Kostenblock, der bis zu 18Prozent der Betriebskosten erreichen kann.

Die LSE hat deshalb als eines der ersten Tiefkühl-Logistikunternehmen in Deutschland im Jahr 2012 eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage installiert, mit der mit einem Blockheizkraftwerk auf Erdgasbasis bis 85 Prozent des Eigenenergiebedarfes abgedeckt werden kann. Zwei Gasmotoren erzeugen zusammen ein Megawatt/ h  elektrische Leistung. Die Abwärme der Motoren wird zur Kälteerzeugung in einer Lithiumbromid-Absorptionsanlage genutzt, die ihrerseits mit Kaltwasser den Ammoniak-Kühlkreislauf für das Tiefkühl-Lagerhaus unterstützt.  Unter anderem konnte mit dieser in der Tiefkühlbranche neuartigen Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung eine Reduzierung des Strombedarfes von zwölf Millionen Kilowattstunden auf siebeneinhalb Millionen Kilowattstunden pro Jahr elektrischer Energie erreicht werden. Das entspricht immer noch dem Strombedarf von 1.875 Vier-Personenhaushalten. Die CO2-Emissionen sind gleichzeitig um 848 Tonnen pro Jahr zurückgegangen. Zur Reduzierung des Energieverbrauches haben neben dem Blockheizkraftwerk noch viele weitere Einzelmaßnahmen wie energiesparende Gabelstapler, automatische Schnelllauftore und Luftschleieranlagen an den Toröffnungen sowie moderne Beleuchtungsanlagen beigetragen. Solche Tiefkühlhäuser werden schon jetzt  als Kältespeicher in den Stromnetzbetrieb eingebunden und können durch Reduzierung des Fremdstrombezuges bei Überlastung des Stromnetzes zur Netzstabilität beitragen.

Im Juli 2015 wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 210 kWh und einem Ertrag von 170.000 kWh pro Jahrinstalliert.