Fernwärme für das Ruhrgebiet

Das im Ruhrgebiet seit Jahrzehnten vorhandene Fernwärmesystem soll durch die geplante Fernwärmeschine Rhein-Ruhr erweitert und optimiert werden. Im STEAG-Heizkraftwerk in Essen-Rüttenscheid wird die Umstellung der Wärmelieferung auf erneuerbare Energieträger bereits praktiziert.

Durch die Fernwärmenutzung kann der Wirkungsgrad thermischer Kraftwerke im Rahmen der sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung deutlich erhöht werden, weil thermische Energie hier praktisch als Abwärme der Stromerzeugung für die Beheizung und Warmwassererzeugung von Haushalten und Betrieben genutzt wird. Der hierdurch eingesparte Primärbrennstoff vermindert die Emission des Klimagases CO2 entsprechend; Fachleute haben bis 2050 eine Verminderung der CO2-Emissionen um 25 Prozent prognostiziert. Die CO2-Bilanz wird durch die schrittweise Nutzung erneuerbarer Energien wie Biogas, Grubengas, die Nutzung industrieller Abwärme und die Wärmeauskopplung aus Müllverbrennungsanlagen weiter im Sinne des Klimaschutzes verbessert. STEAG Fernwärme GmbH als einer der Hauptakteure für die Fernwärmeerzeugung und -versorgung im Ruhrgebiet wird beim Besuch einer Studentengruppe das geplante Konzept für eine Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr vorstellen, das zusammen mit der Energieversorgung Oberhausen und der Fernwärmeversorgung Niederrhein derzeit entwickelt wird. Dadurch wird ein Zusammenschluss bestehender Fernwärme-Netzinseln im Ruhrgebiet und damit eine erweiterte Nutzung der Fernwärmepotentiale im Ruhrgebiet ermöglicht. Zum Besuchsprogramm gehört insbesondere die Vorstellung des neuen STEAG-Heizkraftwerkes in Essen-Rüttenscheid, in dem Biogas zur Stromerzeugung und zur Fernwärmenutzung eingesetzt wird. STEAG nutzt an vielen Standorten auch Grubengas aus stillgelegten Bergwerken für die Fernwärmeerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung und ist damit der größte Grubengasverwerter in Deutschland. Hier wird das Grubengas mit einer zwanzigfach höheren Klimaschädigungswirkung als CO2 in einem kontrollierten Prozess gesammelt und genutzt.